
Neid lässt uns auf das Glück anderer schauen – und unser eigenes aus den Augen verlieren.
Schon die biblische Geschichte von Kain und Abel erzählt, wie aus Missgunst Entfremdung und schließlich Gewalt entstehen kann. Ein uralter Konflikt, der bis heute in uns Menschen weiterlebt.
Doch Neid beginnt oft ganz leise: mit dem Vergleich, dem Gefühl, zu kurz gekommen zu sein, oder der Frage, warum anderen gelingt, woran wir selbst scheitern.
In einem Vortrag haben wir uns mit dieser menschlichen Schwäche und einer besonderen Parabel beschäftigt: „Als der Neid in den Spiegel sah“. Sie erinnert uns daran, dass wir häufig auf das schauen, was andere besitzen, statt zu erkennen, was uns selbst wirklich fehlt.
Für uns Freimaurer liegt ein Schlüssel in der Selbsterkenntnis und der Arbeit am eigenen rauen Stein. Wer seine Gedanken und Gefühle hinterfragt, kann lernen, Missgunst durch Dankbarkeit zu ersetzen und den eigenen Weg zu gehen, ohne den Erfolg anderer als Verlust zu empfinden.
Vielleicht beginnt wahre Größe genau dort, wo wir anderen ihr Licht gönnen, ohne unser eigenes dadurch schwächer werden zu sehen.
Denn was geschieht, wenn wir aufhören, uns mit anderen zu messen, und beginnen, an uns selbst zu arbeiten?