🪨 Wir behauen unseren Stein nicht, um ein anderer Mensch zu werden.

Der raue Stein ist eines der bekanntesten Symbole der Freimaurerei. Er steht für den Menschen – mit seinen Stärken, Schwächen, Ecken und Kanten.

Doch was bedeutet es, diesen Stein zu bearbeiten?

Nicht, dass wir unsere Schattenseiten einfach abschlagen und alles entfernen, was nicht „perfekt“ erscheint. Denn Zorn, Zweifel, Eitelkeit oder andere menschliche Schwächen gehören zu uns. Sie verschwinden nicht, nur weil wir sie verleugnen.

Vielmehr lernen wir, mit ihnen umzugehen.

Vielleicht behauen wir unseren Stein deshalb auch gar nicht im klassischen Sinne. Wir tragen nicht ständig Masse ab, bis am Ende ein perfekter Kubus entsteht.

Wir kitten die Risse. Glätten die Oberfläche. Festigen, was brüchig geworden ist.

Denn auch ein bereits bearbeiteter Stein braucht Pflege. Wer aufhört, an sich zu arbeiten, wird irgendwann feststellen, dass der Putz bröckelt und alte Risse wieder sichtbar werden.

Freimaurerei gibt uns dafür das Handwerkszeug: Selbsterkenntnis, Disziplin, Brüderlichkeit und die Bereitschaft, immer wieder an uns selbst zu arbeiten.

Denn der Stein wird niemals endgültig fertig.

Die Arbeit endet erst, wenn wir aufhören, an uns zu arbeiten.

🔨 Was würde geschehen, wenn du deinen eigenen Stein heute einmal genauer betrachtest?